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15. April 2016 | Von: Julia Zielonka

Automatisiertes Fahren muss in ganz Europa funktionieren

"Die am 14. April von den EU-Verkehrsministern verabschiedete Amsterdamer Erklärung zum vernetzten und automatisierten Fahren zielt mit dem Ansatz "learning by experience" in die richtige Richtung. Wir müssen die Rahmenbedingungen für intelligente Mobilität und automatisiertes Fahren in allen europäischen Mitgliedstaaten verbessern und kompatibel gestalten. Nur so bekommt der Mobilitätssektor durch die Digitalisierung einen weiteren Effizienzschub, der auch dem Klimaschutz und der Verkehrssicherheit nützt." So äußerte sich DVF-Geschäftsführer Thomas Hailer zur Veröffentlichung der "Amsterdamer Erklärung" seitens des EU-Verkehrsministerrats.

Am 14. und 15. April findet in Amsterdam ein informelles Treffen der EU-Umwelt- und Verkehrsminister zur Zukunft des europäischen Verkehrs- und Transportsektors statt. Die Amsterdamer Erklärung ist eine Verlautbarung der 28 Verkehrsminister der EU-Mitgliedstaaten, in der sie Maßnahmen vereinbaren, die für die Entwicklung der selbstfahrenden Technologie in der EU erforderlich sind.

Die Herausforderung liege nun darin, einerseits den Austausch zwischen den nationalen europäischen Initiativen zur intelligenten Mobilität zu intensivieren und dafür die bereits bestehenden europäischen Plattformen zu nutzen, etwa Gear 2030 und C-ITS (Cooperative Intelligent Transport Systems). Andererseits gelte es, den Innovationswettbewerb zwischen den jeweiligen Unternehmen und Staaten aufrecht zu erhalten. Außerdem müssen die im nationalen Umfeld erzielten Fortschritte bei der Automatisierung und Vernetzung systematisch ausgebaut werden. "Am Ende steht das Ziel, rechtlich und technisch solide grenzüberschreitende Lösungen für automatisiertes Fahren zu schaffen. Denn das muss in ganz Europa funktionieren", erklärt Hailer.

Das so genannte Digitale Testfeld auf der Autobahn A9 zwischen Ingolstadt und Nürnberg sei ein positives Beispiel dafür, schnell und pragmatisch eine geeignete Umgebung bereitzustellen, um die Unternehmen bei der Entwicklung zu unterstützen und die Potenziale der Digitalisierung umzusetzen. Ein wichtiger Schritt dahin ist laut Hailer der Beschluss des Bundeskabinetts vom 13. April 2016 zur Umsetzung des geänderten Wiener Übereinkommens über den Straßenverkehr: "Damit wird Rechtssicherheit für den Einsatz automatisierter Fahrsysteme in Deutschland geschaffen." Quelle: DVF / NF

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