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Carsharer verkaufen ihre Privat-Autos

Wer Carsharing nutzt, der schafft über kurz oder lang das eigene Auto ab. Das ergab eine Umfrage des Bundesverbands Carsharing (bcs), die unter 2.851 Neukunden durchgeführt wurde.

Laut Verband besaßen zu Beginn der siebenmonatigen Nutzung von Carsharing noch 43 % der Befragten ein eigenes Automobil, gewissermaßen als “Backup”. Nach sieben Monaten ist diese Quote dann auf 19 % geschrumpft. Gäbe es kein Carsharing, so würden sich nach der Umfrage rund 33 % der Nutzer wieder ein eigenes Auto zulegen. Es zeigt sich also, dass das Carsharing weniger als Ergänzung als als Konkurrenz zum eigenen Automobil zu verstehen ist, folgert der bcs. Zudem dürfte die verkehrsregelnde Wirkung eindrucksvoll unterstrichen worden sein.

Wer Carsharing nutzt, braucht kein eigenes Auto und ebenso keinen eigenen Parkplatz. Die “Politik” hat ebenfalls Kenntnis der Ergebnisse. Schließlich war die aktuelle Umfrage in eine Studie des Bundesumweltministerium und des Umweltbundesamts an der Universität Kassel eingebettet. Abzuwarten bleibt nun, welche Reaktionen aus diesem Ergebnis resultieren, vermutlich aber keine. Denn die Bundeysregierung ist absolut abhängig von der Autolobby. Andererseits verstärken Kfz-Hersteller ihre Anstrengungen, verstärkt auf unterschiedliche Formen von Carsharing zu setzen, denn nur so lassen sich diese Kunden halten.

An die Adresse der Kommunen gerichtet ist ein Appell, mehr Parkflächen speziell für Carsharing auszuweisen. Nur so lässt sich in vielen Ballungsgebieten der Verkehrsinfarkt vermeiden, meint der Verband. 

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